Eidestaatliche Erklärung von Antonios Liossis |
" Ich Antonios Cosmas Liossis, versichere unter Eid: Die >Peleus< lief am 8. März 1944 aus Freetown aus. Am 13. März 1944 hatte ich Wache. Es war gegen 19.20 Uhr, als ich an Backbord zwei Torpedolaufbahnen auf das Schiff zukommen sah. Ich rief dem Rudergänger einen Befehl zu, um sie auszumanovrieren, aber es war zu spät. An alles Weitere kann ich mich nicht erinnern, ich kam erst später wieder zu Bewußtsein, als ich im Wasser war. Das Unterseeboot entfernte sich, es lief einen weiten Kreis. Ich konnte den größten Teil des Restes der Besatzung im Wasser erkennen und sah, wie sie sich an die Wracktrümmer anklammerten, und ich hörte sie rufen und pfeifen.Sehr bald erschien das Unterseeboot wieder. Man gab uns durch Zurufe die Anweisung, näher heranzukommen. Als wir draufhin an das Boot heranpullten, eröffneten diese plötzlich mit einem Maschinengewehr das Feuer. Wir duckten uns sofort, um ein möglichst kleines Ziel zu bieten. Ich hörte Konstantinides vor Schmerzen aufschreien, er hatte verschiedene Kugeltreffer abbekommen.Die Flöße wurden von den Kugeln durchsiebt, aber sie sanken nicht, weil die Fässer mit schwimmfähigem Material gefüllt waren.
Die Deutschen warfen außerdem Handgranaten auf uns, und eine verwundete mich. Mein Kopf lag unter der Ruderbank, so daß ich nur an der rechten Schulter und am Rücken getroffen wurde. Sie warfen auch Handgranten auf andere Flöße. Das Unterseeboot kreuzte zwischen den umhertreibenden Wracktrümmern und schoß weiter mit dem Maschinengewehr; später wurde das Feuer immer wieder unterbrochen. Der Dritte Offizier des Schiffes hatte sich an mein Floß gehängt. Er war am rechten Arm schwer verwundet worden. Erst kurz vor der Morgendämmerung lief das Unterseeboot ab, und jetzt erst stellte ich fest, daß Konstantinides tot war. Um die Wracktrümmer hatte sich ein ganzes Rudel von Haien gesammelt, und wir warteten bis zur Nacht, ehe wir seine Leiche über Bord warfen. Wir beide hatten starke Schmerzen, aber wir fanden Morphium und Medikamente auf unserem Floß. Wir holten uns Schiffszwieback und Trinkwasser zusammen und machten uns ein Sonnensegel. Am vierten Tag nach der Versenkung unseres Schiffes sichteten wir ein Floß, auf dem Rocco Said und Argios saßen. Am achten Tag kamen sie so nahe heran, daß sie zu uns übersteigen konnten, während sie ihr eigenes Floß aufgaben.Fünfundzwanzig Tage nach der Versenkung starb der Dritte Offizier an seinen Verletzungen.
Wir hatten ein Segel angefertigt, und als Steuer benutzten wir ein Ruder, und so versuchten wir, die Westküste Afrikas zu erreichen." |